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Druckkriechen bei XPS: Was es ist und warum Böden es brauchen

Kriechverformung unter Druckbelastung ist die langsame, zeitabhängige Verformung einer Dämmplatte unter einer dauerhaften Last, die unterhalb der kurzfristigen Druckfestigkeit liegt. Bei Böden ist dies besonders relevant, da selbst geringfügige Langzeitverformungen der Dämmschicht direkt zu Estrichrissen, Ablösung von Fliesen oder Unebenheiten im Bodenbelag führen können – und das ohne ein einzelnes Überlastereignis. Die EN 13164 erfasst diese Eigenschaft mit der Bezeichnung CC(2/1,5/50), die den maximalen Kriechverformungsgrenzwert in kPa angibt, dem die Platte über 50 Jahre standhalten muss.

Was ist Druckkriechen?

Druckkriechen bezeichnet die allmähliche, zeitabhängige Dickenabnahme eines Materials unter dauerhafter Druckbelastung – selbst wenn diese Last deutlich unterhalb der kurzfristigen Druckfestigkeit der Platte liegt. Im Gegensatz zur sofortigen elastischen Verformung, die sich nach Entlastung zurückbildet, ist Kriechen weitgehend dauerhaft.

Bei einer Wärmedämmplatte unterhalb einer Bodenplatte oder eines Estrichs bedeutet dies, dass sich die Platte über die gesamte Nutzungsdauer des Gebäudes hinweg langsam weiter zusammendrücken kann. Bereits wenige Millimeter Setzung können zu Estrischrissen, ablösenden Bodenbelägen oder verschobenen Entwässerungsgefällen in Nassräumen führen.

Wie EN 13164 Kriechen misst und deklariert

EN 13164:2012+A1:2015 – die harmonisierte europäische Produktnorm für werkmäßig hergestellte XPS-Wärmedämmplatten – definiert eine standardisierte Kriechkennzeichnung: CC(2/1.5/50)X.

  • CC – Prüfverfahren für Druckkriechen
  • 2 – maximal zulässige Kriechverformung: 2 % der ursprünglichen Dicke
  • 1.5 – während der Prüfung aufgebrachte Spannung als Bruchteil der deklarierten Druckfestigkeit
  • 50 – auf 50 Jahre Nutzungsdauer extrapolierte Prüfdauer
  • X – die maximale Dauerdruckspannung (in kPa), bei der die Platte 2 % Verformung über 50 Jahre nicht überschreitet

Ein höherer X-Wert bedeutet, dass die Platte einer größeren Langzeitlast standhalten kann, ohne den 2-%-Grenzwert zu überschreiten. Diese Kennzahl ist daher der entscheidende Wert für Bodenplaner bei der Auswahl von Dämmung unter dauerhaften Lasten.

Druckkriechwerte im PNP XPS-Sortiment

Die folgende Tabelle fasst die deklarierten CC-Werte der PNP XPS-Typen mit einer Kriechkennzeichnung zusammen. Für Typen, die nicht in der Tabelle aufgeführt sind (XPS 150, XPS 150 W X-Grip, XPS 200, XPS 200 W, XPS 150 MG, XPS 200 MG), liegen keine CC-Werte in den verfügbaren Daten vor – bitte das aktuelle TDS für diese Produkte konsultieren.

ProduktDruckfestigkeitsklasseKriechkennzeichnungMax. Dauerlast (kPa)
XPS 300 (Platten > 30 mm)CS(10\Y)300CC(2/1.5/50)130130 kPa
XPS 300 W (Platten > 30 mm)CS(10\Y)300CC(2/1.5/50)130130 kPa
XPS 300 MGCS(10\Y)300CC(2/1.5/50)9090 kPa
XPS 500CS(10\Y)500CC(2/1.5/50)150150 kPa
XPS 700CS(10\Y)700CC(2/1.5/50)210210 kPa

Eine hohe kurzfristige Druckfestigkeit bedeutet nicht automatisch einen hohen Kriechgrenzwert. Der CC-Wert muss für jedes Produkt separat in der LeistungserklärungDoP und im TDS überprüft werden.

Warum der Unterschied zwischen Kurz- und Langzeitlast wichtig ist

Die kurzfristige Druckfestigkeitsklasse – z. B. CS(10\Y)300, d. h. ≥ 300 kPa bei 10 % Verformung oder Fließgrenze – charakterisiert den Widerstand gegen eine einmalig und kurzzeitig aufgebrachte Last. Sie ist die maßgebliche Eigenschaft für Prüfungen auf Stoßfestigkeit, Einbaulasten und kurzzeitige Ereignisse.

Bei dauerhaft belastetem Fußboden wirkt die Bemessungslast über Jahrzehnte kontinuierlich. Die CC-Kennzeichnung beantwortet eine andere Frage: Wie hoch ist die maximale Dauerdruckspannung, bei der sich die Platte über 50 Jahre um nicht mehr als 2 % ihrer Dicke verformt? Für XPS 300 und XPS 300 W (Platten über 30 mm) ergab die Prüfung einen Wert von 130 kPa. Für XPS 700 wurden 210 kPa nachgewiesen.

Daraus folgt: Wird ein Produkt ausschließlich anhand seiner kurzfristigen Druckfestigkeitsklasse ausgewählt, ohne den CC-Wert zu prüfen, kann dies zu einer Unterschätzung langfristiger Setzungen führen. Ein qualifizierter Tragwerks- oder Bodenplaner sollte sicherstellen, dass die aufgebrachte Dauerdruckspannung den deklarierten CC-Grenzwert nicht überschreitet.

Praktische Hinweise für die Bodenplanung

Typische Quellen dauerhafter Lasten auf Unterbodenddämmung sind:

  • Eigengewicht von Estrich und Bodenbelag
  • Permanente Nutzlasten (Regalsysteme, schwere Maschinen, Kühlhausregale)
  • Eigengewicht der darüberliegenden Bodenplatte bei schwimmenden Konstruktionen

Übersteigt die Summe dieser Lasten – ausgedrückt als flächenbezogene Last (kPa) – den deklarierten CC-Grenzwert, kann sich die Dämmplatte über die Gebäudenutzungsdauer um mehr als 2 % der Dicke setzen. Bereits 2 mm Setzung bei einer 100 mm dicken Platte können bei Präzisionsböden, Nassräumen mit Entwässerungsgefälle oder Fliesenbelägen mit starren Fugenmörteln erhebliche Auswirkungen haben.

Dies allein belegt nicht, dass ein bestimmtes Produkt für ein konkretes Projekt geeignet oder ungeeignet ist – diese Beurteilung erfordert eine vollständige Lastberechnung durch einen qualifizierten Planer, die Berücksichtigung des aktuellen TDS und der Leistungserklärung (DoP) sowie die Einhaltung der nationalen Anwendungsnorm des jeweiligen Verwendungslandes. Wenden Sie sich an den technischen Support von PNP XPS oder konsultieren Sie die entsprechenden Unterlagen auf der Dokumentationsseite.

Quellen

  • EN 13164:2012+A1:2015 – Werkmäßig hergestellte Produkte aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS) – Spezifikation
  • TDS pnp_xps300-300TB_600x1250_techcard_en(20.07.2026).pdf (aktualisiert 22.07.2026)
  • DoP DoP PNP XPS 300 EMI_en (U).pdf (aktualisiert 14.10.2025)
  • TDS pnp_xps300W-300WTB_600x1250_techcard_en(20.07.2026).pdf (aktualisiert 22.07.2026)
  • DoP DoP PNP XPS 300 W EMI_en (U).pdf (aktualisiert 13.10.2025)
  • TDS pnp_xps300MG_600x1250_techcard_en (21.07.2023).pdf (aktualisiert 17.03.2025)
  • DoP DoP PNP XPS 300 MG_eng.pdf (aktualisiert 17.03.2025)
  • TDS pnp_xps500-500TB_600x1250_techcard_en(20.07.2026).pdf (aktualisiert 22.07.2026)
  • DoP DoP PNP XPS 500_en (U).pdf (aktualisiert 22.07.2025)
  • TDS pnp_xps700_600x1250_techcard_en (21.07.2023).pdf (aktualisiert 17.03.2025)
  • DoP DoP PNP XPS 700_eng.pdf (aktualisiert 17.03.2025)

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet CC(2/1,5/50)130 auf einem Datenblatt für PNP XPS?

Das bedeutet, dass sich die Platte unter einer dauerhaften Druckbelastung von 130 kPa über eine extrapolierte Nutzungsdauer von 50 Jahren um nicht mehr als 2 % ihrer ursprünglichen Dicke verformt, gemessen nach der Prüfmethode EN 13164. Die während der Prüfung aufgebrachte Belastung betrug das 1,5-fache des Verhältnisses, das beim Kurzzeit-Druckfestigkeitstest verwendet wurde.

Ist die Kurzzeitdruckfestigkeit (CS-Klasse) ausreichend, um XPS für dauerhaft belastete Böden auszuwählen?

Nein. Die CS-Klasse beschreibt den Widerstand gegen kurzzeitig einwirkende Lasten. Bei dauerhaft belasteten Böden muss zusätzlich der CC-Wert geprüft werden, der die Langzeitkriechverformung auf 2 % über 50 Jahre begrenzt. Überprüfen Sie stets beide Werte im aktuellen TDS und in der DoP, und lassen Sie von einem qualifizierten Planer bestätigen, dass die Last den deklarierten CC-Grenzwert nicht überschreitet.

Welche PNP XPS-Produkte weisen einen deklarierten Kriechdruckwert auf?

XPS 300 und XPS 300 W (Platten über 30 mm, CC(2/1.5/50)130), XPS 300 MG (CC(2/1.5/50)90), XPS 500 (CC(2/1.5/50)150) und XPS 700 (CC(2/1.5/50)210) weisen allesamt deklarierte CC-Werte gemäß EN 13164 auf. Für weitere Typen der Produktreihe siehe das aktuelle TDS der jeweiligen Produkte.

Warum hat XPS 300 MG einen niedrigeren CC-Wert (90 kPa) als XPS 300 (130 kPa), obwohl beide dieselbe Druckfestigkeitsklasse haben?

Die gefräste und genuteté Oberflächenbehandlung der MG-Variante beeinflusst den für die Dauerlastaufnahme verfügbaren Materialquerschnitt, was zu einem niedrigeren deklarierten Kriechgrenzwert führt. Beide Produkte verfügen über dieselbe Kurzzeit-Druckfestigkeitsklasse (CS(10\Y)300), jedoch ist das Langzeit-Kriechverhalten ein separates Prüfergebnis, das unabhängig vom TDS zu lesen ist.

Welches Maß an Langzeit-Setzung gilt gemäß EN 13164 als akzeptabel?

Die CC-Bezeichnung gemäß EN 13164 legt 2 % der ursprünglichen Plattendicke als maximal zulässige Kriechverformung über 50 Jahre bei der angegebenen Dauerlast fest. Ob dieses Setzungsmaß in einem konkreten Aufbau akzeptabel ist, hängt vom Bodenbelag, den Toleranzanforderungen und den geltenden nationalen Vorschriften ab – eine Beurteilung, die einen qualifizierten Planer erfordert.

Wo finde ich die vollständigen technischen Daten und Leistungserklärungen für PNP XPS-Bodenprodukte?

Technische Datenblätter und Leistungserklärungen für alle PNP XPS-Produkte stehen auf der Dokumentationsseite zur Verfügung. Für projektspezifische Beratung wenden Sie sich an das technische Team von PNP XPS unter sales@pnpinsulation.com oder über die Kontaktseite.

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